Captain Mick wechselt Chöre wie T-Shirts
Gesangsabend mit acht Habermann-Chören in der Kultur- und Sporthalle Dettingen

Karlstein-Dettingen.
Unter dem Motto "Michael Habermann präsentiert seine Chöre" erlebten am Samstag 280 Besucher in der Dettinger Kultur- und Sporthalle einen gut zweistündigen unterhaltsamen Gesangsabend. Acht Chöre - davon drei des Gastgebers Liederblüte Dettingen - präsentierten ein breites Spektrum des Dirigenten. Ziel der Veranstaltung war es auch, so Liederblüte-Vorsitzender Leo Streit, dass sich die Chöre untereinander besser kennen lernen - "in Lied und Gesellschaft".

Bei den Vorstellungen der Chöre wurde aus dem Nähkästchen geplaudert. Dass die Sängerinnen und Sänger bei den Proben immer viel Spaß haben, war einstimmig zu hören. "Bedenkliche" Details, dass fünf Frauen vom Heartchor Kefenrod kurz nach der Habermann-Übernahme des Chores schwanger geworden sind, wiegelte der Leiter schmunzelnd und wild gestikulierend ab. Habermann, wie üblich mit wallender Lockenmähne und schwarzer Lederhose, spielte "den Dressman des Abends", wie eine Sängerin es nannte. Bei jedem Chorwechsel zog er ein anderes T-Shirt über und bekannte so Flagge. Beim Chor aus Kefenrod hört Habermann laut Aufdruck auf den Namen "Heartchor-Captain Mick". "Lassen Sie die Seele baumeln!", hatte Karlsteins Bürgermeister Winfried Bruder den Gästen von der herbstlich geschmückten Bühne herab geraten. Und das war leicht möglich bei 21 abwechslungsreichen Stücken, die der Dirigent teilweise auf dem E-Piano begleitete.

Der Männerchor der Liederblüte - seit sechs Jahren von Habermann geleitet - präsentierte zunächst das besinnlich-heitere "Alle Sterne wandern weiter". Sehr gut lag den Sängern Heinz H. Ehrhards "Ich weiß ein Fass in einem tiefen Keller", bei dem Bass-Solist Alois Scheidengraber den felsenfesten Gesang des Gesamtchores bereicherte.

Vor fünf Jahren stand der gemischte Chor der Kulturgemeinde Eidengesäß mit zehn Mitgliedern am Abgrund. Heute hat er 38 Sängerinnen und Sänger und bewies mit einem "Ave Maria" und dem witzigen Arrangement von "Hase und Jäger", dass er sehr gut lebt.

Der Junge Chor aus Eidengesäß unterhielt prächtig mit "Music is the Number One". Die Solistin erhielt wie alle folgenden Küsschen auf die Wange.

Im April 2003 wurde die Frauensinggruppe der Liederblüte als Projektchor gegründet. Die 18 Sängerinnen widmeten sich "Im Weinparadies" schunkelnd dem Rebensaft und schoben als Kontrastprogramm "The Loco-Motion" nach.

"Unseren Verein gibt es jetzt seit 500 Jahren", schmunzelte die Sprecherin vom Singkreis der evangelischen Kirchengemeinde Hainchen. Die 16-köpfige muntere Truppe traf unter anderem mit dem Spiritual "Shine your light" und dem Elvis-Presley-Stück "Can't help falling in love" den Geschmack des Publikums.

Mit einer ausgezeichneten Interpretation des Wolgaliedes aus Franz Lehars Operette "Der Zarewitsch" (Solist: Eberhard Reichel) überzeugten die Herren des Kleinen Chors der Liederblüte. Wie eine frische Brise flog dann das locker-leicht vorgetragene Lied "Das ist die Liebe der Matrosen" durch die Halle.

Mit den meisten Applaus erhielt der Heartchor Kefenrod, obwohl er beim Auftritt in Dettingen krankheitsbedingt um die Hälfte geschrumpft war. Die 15 Sängerinnen und Sänger intonierten drei Pop-Stücke fürs Herz und punkteten bei Jamie Rankins "Hear your praises" und "Mama Lou" mit schönem Gesamtklang und starken Solisten. Eine Superstimmung zauberte das dritte und letzte Stück, Bette Middlers "The rose".

In Blue Jeans und weißen Hemden trat der Männerchor des Volkschors Rüdigheim auf. Mit zwei Hubert-von-Goisern-Stücken hatten die Sänger dicke Trümpfe im Ärmel. "Weit, weit weg" und "Heast as net", arrangiert von Lorenz Maierhofer, ließ Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen.

Der gemischte Chor "New Inspiration" Wolferborn trat als letzter auf und stimmte mit einer Klamauk-Einlage für Habermann ein ("Du hast die Haare schön, das liegt bestimmt am Föhn"). Mit einer farbigen Interpretation des afrikanischen Zulu-Liedes "I Pharadisi" glänzten die Wolferborner in ihrem offiziellen Programmteil. Ein fantastisches Finale lieferte der Chor mit der fünfminütigen "Bohemian Rhapsody", dem Queen-Klassiker von 1974, dessen Wirkung umwerfend war. Eine Zugabe war daher Pflicht für den - getreu seines Namens - inspirierenden Gastchor.
Doris Huhn