Kreis-Anzeiger vom 16. November 2006 (Text Schinzel):
Der junge Chor "New Inspiration" aus Wolferborn hatte zu einem eindrucksvollen Liederabend in die Seemenbachhalle eingeladen.

Stimmliche Vielfalt unter Beweis gestellt
Liederabend der besonderen Art in der Seemenbachhalle - Sechs Gastchöre boten breitgefächertes Musik-Repertoire


WOLFERBORN (pd). Lieder aus den 20er Jahren, Rockballaden, Evergreens der Hitparaden, afrikanische Lieder, Gospel, Film- und Musicalmelodien erklangen kürzlich in der Seemenbachhalle in Wolferborn. Eingeladen hatte der junge Chor "New Inspiration" aus Wolferborn zu einem Liederabend der besonderen Art. "Die Welt zu Gast bei uns - Chöre singen internationale Lieder" lautete das Motto der Veranstaltung. "Musik kennt keine Grenzen", sagte dann auch Helmut Roth, Vorsitzender des MGV 1884 Wolferborn bei der Begrüßung in der gemäß dem Motto mit internationalen Flaggen und bunten Weltkugeln geschmückten Halle. Sechs Gastchöre waren eingeladen, die sich alle der modernen Chorliteratur verschrieben haben. Man wolle das übliche Spektrum traditioneller Liederabende erweitern, hieß es bereits im Vorfeld der Veranstaltung. Und die Chöre übertrafen die Erwartungen bei Weitem, war sich das Publikum am Ende einig. Denn die Sängerinnen und Sänger gaben einen Einblick in die erstaunliche Bandbreite ihres Repertoires, wobei jeder Chor seinen eigenen Vortragsstil hatte und das Publikum vereinzelt mit kleinen Showeinlagen zu unterhalten wusste.
Roth begrüßte die Entwicklung hin zu internationaler Chorliteratur. "Ich bin der Meinung, dass man in den Gesangvereinen neue Wege gehen sollte, um das Fortbestehen zu sichern". Seit einigen Jahren gründen sich immer mehr dieser so genannten "jungen Chöre", meist hervorgegangen aus etablierten Gesangsvereinen, die auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurückblicken. Dabei bezieht sich das "jung" in erster Linie auf die Chorliteratur. Das Alter der Chormitglieder hingegen umfasst eine größere Spanne. Der zweite Liederabend in Wolferborn bewies, dass das Singen im Chor auch den Nachwuchs begeistert und junge Leute anlockt. Die einzelnen Liedvorträge, teilweise mit beeindruckenden Soloeinsätzen, wurden vom Publikum frenetisch bejubelt, Wunderkerzen verbreiteten romantische Stimmung oder es wurde mitgeklatscht. Den Auftakt machte der gastgebende Chor unter der Leitung von Michael Habermann mit afrikanischen Rhythmen wie "I Paaradisi" und "Uyingcwele Baba".
Ein weiterer Chor, ebenfalls dirigiert von Michael Habermann ist der "Heart Chor" aus Kefenrod, der dieses Mal mit vier Gospels beeindruckte. "We shall overcome", "Hear our praises", "Shine your light" und "Lord, reign in me" brachten sie gefühlvoll zu Gehör. Ihr Chorleiter hatte es sich wie bereits bei seinem Wolferborner Chor an dem Abend zur Gewohnheit gemacht, seine Solisten für deren gute Leistungen im Anschluss an den Liedvortrag besonders herzlich zu umarmen. Daraufhin bat ihn auch die Chorleiterin der Concordia 2000 aus Stockheim, Friederike Schulz, nach dem Auftritt der Solistin ihres Chores, dies zu tun. Der Bitte kam Habermann unter dem Applaus aller nur allzu gerne nach. Der Frauenchor aus Stockheim begeisterte mit "Take me home", "Top of the world", "The shoop shoop song" und "The Rose". Auch der Bruder des Chorleiters, Matthias Habermann, war mit den "Bornsingers" aus Breitenborn und den "LanSinger" aus Lanzingen-Breitenborn nach Wolferborn gekommen, so dass man geneigt war, von den Habermann-Festspielen zu sprechen, was allerdings so ernst nicht gemeint war. Die Lan-Singer hatten deutsche Titel ausgesucht mit "Wie kommt der Lippenstift ins Unterbett", "Ich brech` die Herzen", "Rinderwahn" von Max Raabe und ein Medley aus dem Dschungelbuch.
Die Bornsingers interpretierten "Weit, weit weg" von Hubert von Goisern, "Can`t help falling in love" und "Halleluja, sing ein Lied". Aus Nidderau-Eichen war der Chor "Miss Harmonie" angereist. Sie sangen unter der Leitung von Benjamin Saurer ein Abba Medley, "Wide open spaces" und "Engel" von der Gruppe Ramstein. Aus Huttengrund kamen die "New Voices" mit ihrem Dirigenten Alexander Jakobi von der dortigen Chorgemeinschaft. Die Lieder "Come our voices race", "A mothers prayer", "Bei mir biste scheen" und schließlich noch "America" aus der "West Side Story" trafen ebenfalls den Geschmack des Publikums. Dem heimischen Chor war es vorenthalten, den krönenden Abschluss eines beeindruckenden Abends zu gestalten. Mit "Thina Sango" und der "Bohemian Rhapsody" bewiesen die Sänger noch einmal stimmliche Vielfalt. Nach den Chorvorträgen unterhielt die Gruppe "Sixpack" die Gäste musikalisch und es wurde noch lange gesungen und getanzt, während an der Cocktailbar leckere Drinks genossen werden konnten.