Beschwingte musikalische Reise durch Europa
Bericht im Kreis-Ahzeiger am 15. Mai 2007

Männergesangverein Wolferborn hatte zu einem Konzert mit "Europamelodien" eingeladen - Viele hervorragende Solisten in den Reihen der Sänger

WOLFERBORN (hwo). Guten Abend, good evening, bon soir, buona sera - in vielen Sprachen begrüßte Helmut Roth, einer der beiden Vorsitzenden des Männergesangvereins 1884 Wolferborn, die Gäste am Samstag in der gut gefüllten Seemenbachhalle. Auch Bürgermeister Erich Spamer, Erster Stadtrat Manfred Hix, Vertreter befreundeter Vereine, des Sängerkreises und der örtlichen Gremien waren gekommen, um sich mit den "Europamelodien" durch einen ganzen Erdteil geleiten zu lassen. Mit "Der Freundschaft Band", wo es schon passend hieß "Menschen der Erde, reicht euch die Hand", wurde das bunte Programm vom gemischten Chor, bestehend aus dem Männerchor und der Singgruppe der Landfrauen, eröffnet. Beide Chöre mit immerhin rund 25 Frauen und 21 Männern stehen unter der Stabführung von Chordirektor Wolfgang Häfner. Dieser hatte auch die musikalische Gesamtleitung des Abends. Am Klavier wurden fast alle Stücke begleitet von Diplom-Kapellmeister Winfried Siegler, der auch viele der Arrangements geschrieben hat.


Dirigent, Solist + Gesamtleitung: Chordirektor Wolfgang Häfner

Durch das Programm in der mit Fahnen geschmückten Halle führte Heinz Muth, ebenfalls Vorsitzender des Männergesangvereins. Er bat die Besucher, "in unserem Jumbo Platz zu nehmen, sich anzuschnallen, und mit auf den Rundflug über Europa zu gehen".
Die erste Zwischenlandung war in England, und dort erklang das berühmte "Memory" aus dem Musical "Cats", gesungen vom Frauenchor. Es gab aber nicht nur Chorgesang an diesem Abend, sondern es waren auch einige Solisten angekündigt. Dazu gehörte die Sopranistin Gisela Zellmann, die erstmals zusammen mit dem Frauenchor mit "Es klingt ein Lied" nach einer irischen Volksweise zu hören war.
Von Irland aus ging es zurück nach Deutschland. "Zwei in einer großen Stadt" - hier in Berlin - wurden besungen vom gemischten Chor mit einem Bass-Solo von Erhard Schlögel, einem Sänger des Männerchores. "In mir klingt ein Lied" (Chopin) sang Gisela Zellmann anschließend, und hier kam ihre schöne Sopranstimme so richtig zur Geltung. Im altbekannten "So lang noch unter Linden, die alten Bäume blüh'n" wurde Berlin vom gemischten Chor noch einmal gewürdigt, und auch das sehr schöne "Das gibt´s nur einmal" mit der Sopranistin Gisela Zellmann war dort angesiedelt.


Beeindruckte die Zuhörer mit ihrer tolle Stimme: Sopranistin Gisela Zellmann


Von Berlin startete der Jumbo nach Russland. Hier sang der Männerchor die traurige Ballade von "Nanuschka", unterstützt vom Bass-Bariton Willi Landmann, ebenfalls ein Chorsänger in Wolferborn. Er hatte gleich noch einmal einen Solo-Part in "Die zwölf Räuber", einer russischen Volksweise. Der ausgebildete Tenorsänger Wolfgang Häfner hatte das Solo im "Wolgalied" übernommen. Es war für ihn ein Leichtes, einerseits mit seiner kraftvollen Stimme zu singen und - eine kleine Drehung - den gemischten Chor zu dirigieren.
Für die anschließende Pause empfahl Heinz Muth "die sympathischen Stewardessen mit ihren Angeboten an Speisen und Getränken" - die Fluggäste machten davon regen Gebrauch.
Mit "Tulpen aus Amsterdam" eröffnete der gemischte Chor den zweiten Teil, wo dann auch gleich Gisela Zellmann glaubhaft verkündete "Ich lade gern mir Gäste ein". Von Holland steuerte der Jumbo Paris an. "Im Café de la Paix in Paris" traf man den gemischten Chor an. Hierbei hatte Wolfgang Häfner den Part des Bariton-Solisten. Die Pariser Prachtstraße "Champs Elysees" besangen die Damen und Herren des Chores anschließend leicht beschwingt. Hier war Willi Landmann noch einmal mit einem Bariton-Solo zu hören. Wer genau aufpasste, konnte merken, dass der Chor am Schluss nicht wie üblich "oh Champs Elysees", sondern "oh Jean, es war schee" sang - es hatte ihnen wohl in Paris gefallen.
Nun ging es über die Alpen nach "Bella Italia" mit dem dem Frauenchor. Von dort kam auch das bekannte "La Montanara", vom Männerchor italienisch gesungen mit einem Tenor-Solo von Chorsänger Reinhard Landmann. Es folgte "Das Ave Maria der Berge", ebenfalls gesungen vom Männerchor mit Reinhard Landmann als Tenor-Solisten. Wohl dem Verein, der auf so viele Solo-Sänger zurückgreifen kann! Mit dem neapolitanischen Volkslied "O Sole mio" das er teils deutsch, teils italienisch sang, war noch einmal Wolfgang Häfner zu hören, ehe der Jumbo nach Ungarn abhob. Für ihr "Hör ich Zigeuner geigen" erhielt Gisela Zellmann noch einmal tosenden Applaus von den Zuhörern.
Die letzte Station des Europa-Rundflugs war Wien, wo ein beschwingtes Potpourri von Wiener Liedern für gemischten Chor und Tenor-Solo erklang, das ebenfalls Winfried Siegler arrangiert hatte und natürlich auch auf dem Klavier begleitete. Die Zugabe, die sich die "Fluggäste" erklatschten, waren noch mehr Wiener Lieder, bis dann mit dem "Wir sind vom K und K Infantrie-Regiment" endgültig die letzte Station erreicht war.
Als Dank für ihre besonderen Leistungen erhielten die Solisten und Kapellmeister Winfried Siegler sowie "Pilot" Heinz Muth einen Blumenstrauß. Ein großes Dankeschön von Helmut Roth ging auch an die Sponsoren der Veranstaltung und an die Mitglieder von "New Inspiration", dem jungen Chores des Vereins, die an diesem Abend den Dienst hinter der Theke und im Saal übernommen hatten.


Heinz Muth (links) erhielt von Helmut Roth ebenfalls einen Blumenstrauß