Gelnhäuser Tageblatt und Lauterbacher Anzeiger jeweils vom 5.7.2010:

Eine unvergessliche Geburtstagsparty

Die "Vulkansingers" feierten mit Karl Merz und Freunden 20-jähriges Bestehen im Freiensteinauer Bürgerhaus

Von Margaret Perkuhn

In der Luft lag an diesem Abend das, was diesen Tag so unvergleichlich gemacht hatte: Glühende Hitze, ein überwältigendes 4:0 bei der laufenden Fußballweltmeisterschaft für die deutsche Mannschaft gegen Argentinien. Als hupende Korsos mit wehenden Fahnen und trötenden Vuvuzelas ungebremst durch den Vogelsberg preschten... Kurz darauf startete eine Geburtstagsfeier, die all dieses in einem Feuerwerk aus wirbelnden Klängen explodieren ließ. Eingeladen hatten die "Vulkansingers" zu ihrem 20sten in das Bürgerhaus von Freiensteinau.
Unter dem Jubel des Publikums gaben sich vier junge Formationen und natürlich das Geburtstagskind die Ehre. Ob stimmungsvolle Volkslieder von Friedrich Silcher oder Klassik von Franz Schubert, Zulu/Xhosa, Traditionell oder Rock pur, immer mehrstimmig und mitreißend arrangiert. Sämtliche Darbietungen waren ausnahmslos professionell eingepackt in unterschiedlichste, dennoch gleichsam prächtige und tief eingehende Klangbilder. Häufig begleiteten die Dirigenten auf dem Piano, bei den "Vulkansingers" war dies Gerhard Stock. Keiner der Chöre, der ohne aufbrausende Forderungen nach Zugaben von der Bühne gekommen wäre. Keiner, der nicht seinen ganz eigenen Groove in den aufgewühlten Ring geworfen hätte.
Als Gastgeber eröffneten die "Vulkansingers" unter ihrem Dirigenten Karl Merz die musikalische Geburtstagsfeier. In Anbetracht des derzeitigen Fußballfiebers hatte man sich bei ihnen ausschließlich auf deutsche Literatur geeinigt. Komponisten wie Lorenz Maierhofer wurden mit dem persönlichen Klangbild der 60 Sänger und Sängerinnen mit Brillanz unter jubelndem Beifall geboten.
Natallia Klug betrat als musikalische Leiterin von "Over the rainbow" die Bühne. Viel Bewegung gab es zu den englischsprachigen Stücken. Voller Temperament der Männergesangverein Uffhausen mit seinem Dirigenten René Töne, Gospel oder A-cappella-Gesang aus dem Bereich des Pop.

"New Inspiration Wolferborn" - eine weitere Wucht bei den Darbietungen dieses Abends. Unter ihrem Dirigenten Michael Habermann, der unter anderem als Schlagzeuger bei der Neuen Philharmonie Frankfurt spielte, aber auch die Welt der Schlager- und Volksmusikszene gelegentlich kräftig aufmischte. Unter seiner Leitung konnte man vom fetzig arrangierten Gospel bis zum mitreißenden Queen-Medlay, mit solistischen Einlagen, die das Publikum absolut begeisterten, alles erleben.

Was ebenfalls für "Aquamusika" galt. Unter Guido Seib erstürmte diese weitere Formation die Herzen des Publikums. Bestückt war das eher kleine "Familienunternehmen" mit verschiedensten Percussionsinstrumenten, mitreißend wurden legendäre Rockhymnen geboten. Mit "Ich wollt ich wär´ ein Huhn" auf höchstem Niveau und einem swingenden Kanon holten die "Vulkansingers" ihre Gäste zurück in ruhigere Fahrwasser. Die beiden Moderatorinnen Anja Winter und Katrin Eirich leiteten hinüber in einen geselligen Teil, der bis in die frühen Morgenstunden seinen Lauf nahm.
Besonders geehrt wurden während des Konzerts die Mitglieder der "Vulkansingers", die am längsten mit dabei sind: Von Anfang an bis heute war das Yvonne Reimann, des Weiteren waren es Kerstin Übel, Christina Habicht, Michael Bayer, Thomas Beuler, Elke und Thomas Schmidt. Nicht zu vergessen der überschwängliche Dank an Karl Merz, der im Jubel unterging: "Wir stünden alle nicht hier, wenn es unseren Chorleiter nicht gäbe. Wie hat er das durchgehalten, unseren Haufen über 20 Jahre lang in solche Bahnen zu lenken!?"
Aufgeräumt haben die Gastgeber gemeinsam mit ihrem Chorleiter die Partyreste sofort am folgenden Sonntagmorgen. Verstaut wurden alle Kabel und der Beamer für die "unzensierten" und unverblümten Erinnerungsfotos, auf denen nicht nur Konzerte, Übungsstunden, sondern vor allen Dingen die unvergesslichen Chorfreizeiten festgehalten wurden, die bis heute immer unter einem bestimmten Thema stehen. Verpackt auf einen Hänger wurde auch das massive Geschenk der Sänger und Sängerinnen an ihren "Charly": eine schwere Gartenbank, eingebrannt auf der Rückenlehne der Name der "Vulkansingers".